Mannheimer Team gewinnt vor dem BGH!



Das studentische Team der Universität Mannheim hat den 15. ELSA-Deutschland Moot Court 2008/09 gewonnen. In der Finalrunde am Bundesgerichtshof errangen Andrea Sautter und Alexander Lautz in einer simulierten Gerichtsverhandlung vor fünf Richterinnen und Richtern am Bundesgerichtshof am 13. Februar 2009 den Sieg über das Team der Universität Frankfurt/Oder, vertreten durch die Jurastudentinnen Franziska Walter und Claudia Fechner. Schirmherr der Veranstaltung war Prof. Dr. Klaus Tolksdorf, Präsident des Bundesgerichtshofs. Den Vorsitz in der mündlichen Verhandlung vor einem „gemischten“ Zivilsenat führte RiBGH Dr. Ingo Drescher (II. ZS) mit RiBGH Dietmar Grupp (IX. ZS), RiBGH Stefan Leupertz (VII. ZS), RinBGH Vera von Pentz (VI. ZS) und RiBGH Stephan Seiters (III. ZS) als Beisitzern.

Andrea Sautter studiert Rechtswissenschaft im 7. Fachsemester, Alexander Lautz im 5. Fachsemester. Als wissenschaftliche Hilfskräfte arbeiten sie an den Lehrstühlen der Professoren Jochen Taupitz bzw. Louis Pahlow. Als Coach stand ihnen – im Einklang mit den Regeln des Moot-Courts –Juniorprofessor Patrick Schmidt – zur Seite.

Verhandelt wurde am BGH ein klassischer Zivilrechtsfall in moderner Einkleidung, der sogenannte Speisekartenfall, zurückgehend auf einen der wichtigsten Wegbereiter des modernen deutschen Zivilrechts, Rudolph von Jhering (1817-1892). Zur Problematik des Speisekartenfalls, dessen Lösung nach wie vor umstritten ist, aus heutiger Sicht z.B. Dieter Medicus, BGB Allgemeiner Teil, 9. Aufl. 2006, Rdnr. 324; Staudinger-Singer, BGB, 13. Aufl., § 133 Rdnr. 20 ff.

Das Mannheimer Team qualifizierte sich für die Finalrunde durch den Sieg beim Regionalentscheid für Süddeutschland, ausgerichtet an der Universität Jena im Dezember 2008. Dort behielten Sautter/Lautz im direkten Vergleich die Oberhand über die studentischen Teams der Universitäten Mainz und Leipzig. Walter/Fechner gingen als Sieger aus dem zeitgleichen Regionalentscheid für Norddeutschland, veranstaltet an der Universität Hannover, hervor. Im diese Zwischenrunde gelangten die Teams durch ihren Sieg in der sogenannten Lokalrunde auf der Ebene der jeweiligen Heimatuniversität.

An der Universität Mannheim ist dies der Mannheimer Zivilrechts-Moot-Court (Rechtsanwalt Wolfgang Schilling – Moot Court), den die Fakultät für Rechtswissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Zusammenarbeit mit der Kanzlei SZA (Schilling Zutt Anschütz, vormals Shearman & Sterling Mannheim) seit dem Jahr 2000 alljährlich ausrichtet, dotiert mit einem Preisgeld von 3.000 Euro, von dem das siegreiche Team 2.000 Euro erhält. Schirmherr ist hier Prof. Dr. Horst Hagen, Vizepräsident am BGH a.D. Der nächste Mannheimer Zivilrechts-Moot-Court unter seiner Leitung wird im Oktober/November 2009 ausgetragen werden (zu Einzelheiten vgl. die Homepage von Professor Ulrich Falk).

Der diesjährige Sieg am Bundesgerichtshof – der erste für ein Team der Universität Mannheim – brachte Andrea Sautter und Alexander Lautz zwar keinen weiteren materiellen Ertrag, aber noch höhere Ehre ein. Die Schloss-Universität gratuliert ihren vorbildlichen Studierenden sehr herzlich!